Ich bezeichne die Rente einfach als selbst verdientes Elend, denn mehr ist sie nicht. Die immer wieder zu beobachtenden Rentengeschenke an unsere älteren Mitbürger kurz vor Wahlen führen zu einer Ungleichbehandlung von Alten und Jungen. Damit spaltet die Politik immer wieder die Gesellschaft neu. Teilen und herrschen in Perfektion ausgeübt.
Die gesetzliche Rentenversicherung basiert auf dem Umlageverfahren. Das bedeutet, die derzeitigen Beitragszahler finanzieren die Rentenleistungen der heutigen Rentner. Allerdings müssen immer weniger Erwerbstätige immer mehr Senioren versorgen. Das System der gesetzlichen Rentenversicherung steht daher unter Druck.
siehe auch:
- Gesetzliche Rentenversicherung (Deutschland) – Wikipedia
- Gesetzliche Rentenversicherung – Informationen zur Rente (finanzen.de)
- So funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung – Rentenblicker
Es kann nicht sein, dass das Geburtsjahr bestimmt, wie lange jemand arbeiten muss, bevor er in Rente gehen kann und/oder wie viel Rente ihm zusteht. Es kann nicht sein, dass älteren Menschen, die bereits gute Rente erhalten, zusätzliche Geschenke gemacht werden und die jungen Menschen leer ausgehen.
Mit dem RV-Nachhaltigkeitsgesetz von 2004 hat die damalige Bundesregierung (Rot-Grün) beschlossen, dass das Rentenniveau im Jahre 2020 auf 46 Prozent und im Jahre 2030 auf 43 Prozent absinkt. Im Jahre 2004 lag das Rentenniveau bei 52,9 Prozent. Eine bodenlose Frechheit dieser Verräter und ein Tritt in unseren Allerwertesten.
Folgende Diagramme machen den Betrug an Rentnern und Beitragszahlern deutlich.
Die Lebenserwartung der Deutschen ist seit den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts bis heute um etwa 10 Jahre gestiegen. Als das Renteneintrittsalter 1957 auf 63 Jahre festgesetzt wurde, betrug die Lebenserwartung für Männer 67 Jahre, die der Frauen etwa 72 Jahre.
Der Sterblichkeiten-Unterschied zwischen Männern und Frauen beträgt dabei seit den 90er-Jahren dieses Jahrhunderts konstant etwa 5 Jahre. Frauen werden ca. 84 Jahre alt, Männer hingegen nur 78 Jahre. Dieser Unterschied in der Lebenserwartung wird aber nirgends berücksichtigt. Das Renteneintrittsalter wurde ab 2031 auf 67 Jahre festgelegt, egal ob Männlein oder Weiblein.
Im Durchschnitt erleben Männer also 11 Jahre Rente und Frauen 16 Jahre. Ist das gerecht, frage ich? Ich sehe aber keine Möglichkeit, diesen Fakt aufzulösen. Frauen sollten nicht länger arbeiten müssen, nur weil sie länger leben. Ich denke, dass diese gefühlte Ungleichbehandlung diejenige ausgleicht, die durch die Doppelbelastung der Frauen mit der Kindererziehung einhergehen. Die Geschlechter haben sich hier also gegenseitig nichts vorzuwerfen.
siehe auch: Entwicklung der Lebenserwartung 1871-2018 | Statista
Das Thema Altersarmut scheint kein großes Problem für die politisch besseren Menschen zu sein. Sie sind mit wichtigeren globalen Dingen beschäftigt, während jeder 5. Altersrentner in Deutschland weniger als 500 EUR Rente bezieht.
Eine Mindestrente gibt es in Deutschland natürlich noch nicht, weil die Probleme der Menschen in anderen Ländern wichtiger sind, als die der eigenen Bevölkerung. Eine Grundsicherung existiert zwar, diese stockt aber das Auskommen Bedürftiger lediglich auf das Hartz4 Niveau auf.
Über die Ausplünderung der deutschen Rentenversicherung durch den deutschen Staat möchte ich gar nicht erst eingehen, denn auch dieses Thema würde den Rahmen sprengen. Zählt man die Zinsen und Zinseszinsen hinzu, beträgt der Schaden für die Arbeitnehmer insgesamt über 950 Milliarden Euro.
siehe auch:
- Staat vergreift sich an der Rentenkasse › Direktversicherungsgeschädigte e.V. (dvg-ev.org)
- Versicherungsfremde Leistungen und „Bundeszuschuss“. Rentenreform-Alternative
- Rentenkasse: Politiker bedienen sich und lassen andere die Zeche zahlen | STERN.de
Dass die Rentenversicherung ein Glanzstück deutscher Irrsinns-Politik darstellt, wird durch die folgenden Fakten untermauert. Die Rentenversicherung wird nur von Arbeitnehmern gestützt. Beamte und Abgeordnete zahlen keinen Cent. Abgehobene Berufsgruppen zahlen in eigene Rentenkassen und schleichen sich damit aus der Verantwortung. Das Bundesverfassungsgericht entschied 1981, dass Arbeitnehmer und Rentner bei der Altersversorgung nicht das gleiche Recht haben wie andere Bürger, sprich Beamte, Politiker, Ärzte und Rechtsanwälte (berufsständige Versorgung). Die gesetzliche Rentenkasse gehört zu den „öffentlichen Geldern“.
siehe auch: Rentensystem in Deutschland: Nur Nachteile für Arbeitnehmer – mannheimer-morgen.de
Im internationalen und europäischen Vergleich erscheint das deutsche Rentensystem noch deutlicher abgeschlagen und hilflos ungerecht.


siehe auch:
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/rentensysteme-deutschland-frankreich-101.html
- https://www.bmas.de/DE/Soziales/Rente-und-Altersvorsorge/Fakten-zur-Rente/Alterssicherung-im-internationalen-Vergleich/alterssicherung-im-internationalen-vergleich.html
- https://growney.de/blog/deutschlands-rente-im-internationalen-vergleich
Die Massenverblödung findet ihre Opfer und die merken nicht einmal, wie sehr ihnen Leid angetan wird. Die EU und das Billiglohnsystem in Deutschland haben aus den ehemalig gut versorgten und abgesicherten Bürgern dieses Landes Abgehängte gemacht, Milchkühe, die ausgepresst und stehengelassen werden.
Und nun noch ein kleiner Ausflug in die Gedankenwelt einiger westdeutscher Egoisten bzgl. der Einordnung ostdeutscher Anspruchsteller.
Das Narrativ, Ostdeutsche seien „Schmarotzer“, weil sie vor 1990 nicht in die gesetzliche Rentenversicherung der Bundesrepublik eingezahlt hätten, offenbart ein monumentales Unverständnis der Grundlagen moderner Wohlfahrtsstaaten, der Rechtsordnung sowie der Rentenökonomie.
- Das Wesen des Umlageverfahrens (Mackroth-Prinzip): Die deutsche Rentenversicherung ist kein kapitalgedeckter Fonds, in dem individuelle Sparbuchguthaben angespart und über Jahrzehnte verwahrt werden. Es handelt sich um ein Umlageverfahren: Die Beiträge der heute Erwerbstätigen finanzieren direkt und unmittelbar die Renten der heute Ruheständler. Als die DDR-Bürger 1990 in das bundesdeutsche System integriert wurden, brachten sie Millionen vollbeschäftigter Beitragszahler mit. Die arbeitende ostdeutsche Bevölkerung hat ab Tag eins der Währungs- und Sozialunion die Renten der westdeutschen Ruheständler mit erwirtschaftet.
- Der Einigungsvertrag und das Renten-Überleitungsgesetz (RÜG 1991): Völker- und staatsrechtlich vollzog sich der Beitritt nach Art. 23 GG alter Fassung. Der Einigungsvertrag legte fest, dass die in der DDR erworbenen Rentenanwartschaften der Sozialpflichtversicherung sowie der Freiwilligen Zusatzrentenversicherung (FZR) in das bundesdeutsche Punktesystem überführt werden mussten. Dies war kein Almosen, sondern die verfassungsrechtlich gebotene Anerkennung einer volkswirtschaftlichen Lebensleistung. Der Gesetzgeber schuf mit den Entgeltpunkten-Ost ein Äquivalent, um geleistete Erwerbsbiografien adäquat abzubilden.
- Die reale Ausbeutung: Substanz- und Vermögenstransfer: Wer von „Schmarotzertum“ faselt, blendet die gigantische volkswirtschaftliche Vermögensverschiebung aus. Das gesamte Produktivvermögen der DDR – Betriebe, Immobilien, Infrastruktur, Patente – wurde durch die Treuhandanstalt abgewickelt, filetiert und überwiegend an westdeutsche Großkonzerne und Investoren veräußert. Der Osten brachte ein Staatsgebiet, Millionen hochqualifizierter Fachkräfte und einen riesigen Absatzmarkt ein, der der westdeutschen Industrie einen beispiellosen Sonderkonjunktur-Boom bescherte.
- Fiskalischer Missbrauch durch versicherungsfremde Leistungen: Das strukturelle Defizit der Rentenkassen resultiert nicht aus ostdeutschen Erwerbsbiografien, sondern aus der politischen Zweckentfremdung der Sozialkassen. Über Jahrzehnte wälzte die Bundespolitik versicherungsfremde Lasten – darunter die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Wiedervereinigung, Frühverrentungsprogramme zur Sanierung westdeutscher Konzerne und Transferleistungen – auf die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung ab, anstatt diese aus dem allgemeinen Bundeshaushalt aus Steuermitteln voll zu kompensieren.
Jetzt ziehen wir dem wohlstandsverwahrlosten westdeutschen Phrasendrescher mal gepflegt die Hosen aus.
„Schmarotzer“? Ausgerechnet aus dem Mund einer Klientel, die sich jahrzehntelang im windstillen Schatten der US-Besatzung ein bequemes Wirtschaftswunderland eingerichtet hat, während der Osten die Reparationen für den gesamten Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion abbezahlt hat!
Wo bitteschön ist denn das Geld der westdeutschen Rentenkasse von 1970 oder 1980 hin? Liegt das irgendwo auf einem Schweizer Nummernkonto und wartet auf seinen Einzahler? Nein, das haben die damaligen Rentner längst verfrühstückt! Wer im Umlageverfahren von „Einzahlen fürs Alter“ faselt, beweist lediglich, dass er geistig nicht einmal bis zur nächsten Monatsabrechnung denken kann.
Die Ostdeutschen haben 40 Jahre lang geschuftet – unter maroden Bedingungen, mit Werkzeugen auf Verschleiß, aber mit voller Erwerbsquote bei Männern und Frauen. Nach 1989 kamen dann die westdeutschen Abwickler, haben florierende Betriebe für eine Mark an die Konkurrenz im Westen verscherbelt, die Belegschaften in die Arbeitslosigkeit geschickt und den Menschen eingeredet, ihre Biografien seien wertlos. Und heute wagt es irgendein satter Pensionär oder Bürohengst, dessen eigene Rente von ostdeutschen Krankenschwestern, Handwerkern und Pendlern erwirtschaftet wird, von „Schmarotzern“ zu schwadronieren? Das ist an arroganter Heuchelei und geschichtlicher Ignoranz kaum noch zu überbieten.
Wenn dir dieser Vorwurf begegnet, schlägst du ihm mit folgenden drei Fakten das ideologische Brett vor den Kopf:
- System-Fakt: Die Rentenversicherung spart kein Geld an. Es ist ein Umlageverfahren. Die Ostdeutschen haben ab 1990 mit jedem Cent ihres Lohnes sofort die Renten der westdeutschen Ruheständler mitbezahlt. Wer heute Rente bezieht, wird von den heutigen Arbeitnehmern finanziert – und da schuften Ost wie West Seite an Seite.
- Ökonomie-Fakt: Der Westen hat sich 1990 keine arme Verwandtschaft ins Haus geholt, sondern sich an der Konkursmasse eines ganzen Staates bereichert. Das gesamte Volksvermögen der DDR landete über die Treuhand fast ausnahmslos in westdeutschen Taschen. Ohne den ostdeutschen Absatzmarkt und die Millionen abgewanderten Fachkräfte wäre der westdeutsche Wohlstandsmotor längst abgewürgt worden.
- Gerechtigkeits-Fakt: Die wahren Schmarotzer im System sind nicht die Arbeiter, die ihr Leben lang gearbeitet haben – egal in welchem Teil Deutschlands. Es ist eine politische Kaste und ein Beamtenapparat, die sich weigern, selbst in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, sich aber fürstliche Pensionen gönnen und versicherungsfremde Wohltaten aus der Rentenkasse der kleinen Leute bedienen.
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