Ich bin ein politisch interessierter Zeitgenosse, der das Elend in diesem Land beobachtet. Atheist und Freidenker durch und durch, denn an irgendeinen Humbug zu glauben, habe ich mir fast abgewöhnt – egal ob das jetzt Götter, Parteien oder Ideologien sind. Und diese alberne Einteilung in „links“ und „rechts“? Das sind Relikte aus Zeiten, als man Leute noch einfacher spalten konnte. Ich denke da an mittelalterliche und religiöse Fanatiker. Und es gelingt dem Teufel wieder. Grüne Ideologen, sog. Feministinnen, radikale Veganer, Gender-Separatisten, Pudding mit Gabeln – Esser, Antifa-Faschisten, Kampf gegen Rächtz – Verblendete, Omas gegen Rächtz – Kämpferinnen. Das alles sind ekelhafte dumme Menschen, die gar nicht verstehen, dass sie instrumentalisiert werden, und die sich benutzen lassen für perfide Ziele.
Ich stehe da, wo der gesunde Menschenverstand bisher nicht komplett von der Politik und den Medien vergiftet wurde. Ich bin dort, wo die Leitplanken des angeblichen Gut und Böse, die uns ständig vorgekaut werden, nicht mehr greifen. Wenn man das als „modern, befreit und aufgewacht“ bezeichnen will, bitte schön. Ich habe einfach keinen Bock mehr auf diesen Scheiß, der unser Land ruiniert.
Mein Blick auf die Welt ist jedoch eher konservativ. Ich wehre mich gegen diesen ganzen ideologisierten Mist, der unsere Gesellschaft schwächt und spaltet, durch Politik und deren Medien. Und damit ist auch klar: Den linksgrün-extremistischen Ideologen bin ich entwischt, deren Einfluss hat sich bei mir erledigt. Rechtsradikalen war ich immer schon weiter entfernt, als die Sonne von der Erde.
Ich bin kein Politikwissenschaftler oder gar ein Politiker – auch kein Philosoph, Ökonom oder sonst so ein sog. Spezialist oder Experte. Ich bin einfach ein ganz normaler Bürger dieses Landes, ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Wahrnehmungsvermögen, einem Sinn für Gerechtigkeit und gesundem Menschenverstand. Und ich habe es satt, nur noch im stillen Kämmerlein zu schimpfen oder vor mich hin zu fluchen. Es nervt nur, raubt mir Zeit und ändert ohnehin nichts. Es drängt mich einfach, aktiv zu sein, selbst wenn es erst mal nur darum geht, meine Gedanken hier festzuhalten. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich stinksauer und regelrecht aufgeladen bin. Ich versuche mich zu beherrschen, wenn ich mir hier Luft mache. Dabei hoffe ich, dass der geneigte Leser dies wohlwollend zur Kenntnis nehmen wird.
Für all jene, die, so wie ich, das aktuelle politische Geschehen mit geballten Fäusten in den Hosentaschen verfolgen, habe ich nur einen Rat: Macht es mir gleich! Schreibt euch den Frust von der Seele und schreit es raus in die Welt! Deutschland ist doch mittlerweile ein einziger politischer, wirtschaftlicher und medialer Saustall geworden. Und so einen Saustall muss man halt gründlich ausmisten und reinigen. Macht mit und schreibt mir, wenn euch etwas Sinnvolles zu meiner Seite einfällt oder wenn ihr einen Fehler oder eine unsaubere Herleitung findet.

Ich bin geboren im glorreichen Jahr 1966 und durfte, musste, sollte in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufwachsen. Ich habe viel gelernt, unter anderem die „Liebe zu unserer Heimat“, der größten DDR der Welt, was grundsätzlich eine gute Idee war, wenn diese Liebe nicht instrumentalisiert worden wäre. Dazu kamen noch ein paar kräftige Schüsse Intelligenz, Gerechtigkeitssinn, Disziplin und Zuverlässigkeit. Respekt vor allen Menschen, egal welche Hautfarbe sie hatten oder wie sie ihr Leben führten, war ebenfalls Teil des Programms, genauso wie die Ablehnung jeglicher Gewalt und Faschismus. Und den gesunden Menschenverstand? Ja, den hat man mir wohl irgendwie in die Wiege gelegt. Ich danke meinen Eltern. Man muss ja auch nicht alles glauben, was einem so erzählt wird, selbst wenn es von offizieller Seite kommt. Das ist quasi mein Fundament, auf dem ich heute die politische Landschaft betrachte – mit einer Mischung aus Skepsis und einer gewissen Nostalgie für die Dinge, die vielleicht nicht schlecht gedacht, aber schlecht gemacht waren.
Die Geschichte meiner Familie begann, sagen wir mal, nicht gerade auf einem Ponyhof. Mein Großvater war in russischer Gefangenschaft, und mein Vater wurde im Mai 1945 mit nichts als ein paar Windeln am Leib als deutsches Kind aus Böhmen vertrieben. Die Tschechen konnten gar nicht schnell genug das Eigentum meiner Großeltern vereinnahmen und die Russen, die später unsere sog. „Freunde“ wurden, haben den Flüchtlingskonvoi meiner Familie verfolgt. Sie haben meiner Oma und meiner Tante alles abgenommen, sie vergewaltigt und sie dann einfach ihrem Schicksal überlassen. Ein Schicksal, das sie in die ehemalige DDR spülte. Dort wuchsen meine beiden Eltern auf. Mein Vater, gezeichnet vom Hunger als Sohn eines vertriebenen und armen Webers, meine Mutter als Lehrerkind. Ich selbst wurde auch Lehrerkind, denn meine Eltern nahmen ihr Schicksal in die Hand und wurden ebenfalls Lehrer. Sie wurden in ihrer Jugend mit dem Glauben an die russischen Freunde und den Sieg des Kommunismus erzogen – ein Glaube, der mir, wie man so schön sagt, ebenfalls in die Wiege gelegt wurde.
Man könnte meinen, das Alter bringt nicht nur Weisheit, sondern auch eine gehörige Portion Ernüchterung. Je älter man wird, desto deutlicher sieht man ja, was alles schiefläuft. Und dann merkt man plötzlich, dass die ganzen Ermahnungen der Großeltern, die man damals so lässig abgetan hat, auf einmal im Kopf widerhallen. Manchmal fragt man sich schon, warum man nicht früher auf die alten, weisen Männer und Frauen gehört hat.
Doch das Alter zeigt ja bekanntlich, was nicht stimmt. Die verworfenen Ermahnungen der Großeltern hallen in unseren Köpfen wider. Und so hat es eine Weile gedauert, bis ich mich selbst von den Fesseln einer linken Ideologie befreien konnte. Meine gesamte Lebensgeschichte und Biografie schien diesen linken Weg vorzuzeichnen, den ich auch eine ganze Weile mitging. Doch ich habe mich davon abgewandt und den linken Irrweg verlassen, weil ich die Welt mit offenen Augen betrachte und weil mir nie wieder der Fehler passieren wird, Gleichnisse zu ignorieren. Ich bin fest entschlossen, die Fratze von Faschismus oder Stalinismus – selbst im demokratischen oder sozialistischen Mäntelchen – stets und immer wieder zu erkennen. Die Vergangenheit wiederholt sich, man muss sie nur erkennen, auch wenn sie sich in der Gegenwart immer wieder neue Namen gibt. Es ist essenziell, aus ihr zu lernen, zu lernen in der Lage zu sein und alte Fehler verhindern zu wollen.
Ich denke häufiger darüber nach, wie es gewesen wäre, wenn mir damals, als Jugendlicher in der DDR, jemand aus dem Westen gesagt hätte, dass ich so richtig verarscht werde. Ich hätte ihn für imperialistisch verseucht gehalten und über ihn gelächelt, denn der Sozialismus sollte ja siegen. Genauso ergeht es vielen gut gebildeten Menschen, die das westdeutsche Bildungssystem durchlaufen haben. Sie tun mir einfach nur leid, diese jungen, aber verstrahlten Menschen.
Es erfordert Mut und einen freien Kopf, die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen oder sich in fremde Gedankengänge hineinzuversetzen. Ich lächle heute über die Entwicklung dieser Republik.
Menschen sind nicht Gefangene ihres Schicksals, sondern nur Gefangene ihrer eigenen Gedanken.
Franklin D. Roosevelt
Und um das gleich vorwegzunehmen: Ich werde auch niemals Mitglied irgendeiner Partei werden. Das liegt nicht nur daran, dass ich Normativität und diesen blinden Gehorsam zutiefst verabscheue. Mir ist die Vielfalt einfach lieber als diese erzwungene Einfalt, die man in Parteistrukturen oft findet. In diesem „Werk“ hier, wie ich es nenne, spreche ich mich ja auch ganz klar dafür aus, den Einfluss von Parteien massiv zu beschränken. Für mich sind Parteien nichts weiter als Relikte von gestern. Sie waren und sind nicht in der Lage, die Probleme von gestern, heute und schon gar nicht die Herausforderungen von morgen zu bewältigen. Warum? Weil sie nicht sachbezogen arbeiten. Stattdessen folgen sie einem Farbschema, einer Fraktion und ihren Führern – und das ist das Hauptproblem, das diese ganze Kiste immer wieder an die Wand fährt.
